Freitag, 13. Januar 2017

Die Katze des Dalai Lama - David Michie



Inhalt:

Eigentlich ist das Leben im Kloster ziemlich gemütlich auch für die Katze des Dalai Lama. Sie ist jedoch sehr neugierig und so begibt sie sich auf die Suche nach dem Glücklichsein und beobachtet dabei die Menschen in ihrer Umgebung.


Informationen zum Buch:

Einband: gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 256
Erscheinungsdatum: 27.06.2016
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-7787-8262-0
Verlag: Lotos

Meine Meinung:

Ich wollte das Jahr langsam starten, mit einem ruhigen Buch. Nun es hat sich herausgestellt, dass dieses Buch perfekt dafür war. Ein Roman voller Freundschaft, Liebe und Gelassenheit erzählt aus der Perspektive einer Katze. Wer mag Katzen schon nicht? Die KSH (Katze seiner Heiligkeit) hat nun wohl einen neuen Fan...und zwar mich.
Auf der Suche nach dem Glück beobachtet sie ihre Umgebung und nimmt durch Meditation auch Alltägliches ein klein wenig anders auf als sonst. Sie wird mit jeder Seite ruhiger und achtsamer und das reflektiert sich auch auf den Leser wie ich finde. Zuerst noch von Flöhen geplagt und später dann die Ruhe selbst. Einfach ein herrliches Buch zum Abschalten nach einem stressigen Tag, vor allem dann, wenn man sich ein klein wenig für Buddhismus interessiert.
Ich kann nur schwärmen ;) Mir hat das Buch sehr zugesagt und ich war trotz Leseflaute, die mich immer noch plagt sehr schnell durch.


Einige Lieblingszitate:

"Im Buddhismus definieren wir Liebe als den >Wunsch, anderen Freude zu bereiten<. Wenn wir Liebe geben, folgt das Mitgefühl ganz automatisch, denn es ist der >Wunsch, andere von ihrem Leid zu befreien<."

"....und wir erreichen auch viel mehr, wenn wir positiv denken und selbstsicher sind." - Geshe Wangpo S.81

"Im Buddhismus geht es in erster Linie um die Natur des Geistes. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Mechanismen unseres Bewusstseins." S.166

"Der Geist ist wie ein Garten. Jeder entscheidet, was er sät: Unkraut oder Blumen." - Chauffeur des Dalai Lama S.172


Sonntag, 1. Januar 2017

Rotkäppchen muss weinen - Beate Teresa Hanika



Inhalt:

Man nennt sie Rotkäppchen, da sie in den Osterferien nach dem Tod ihrer Großmutter, jeden Tag zu ihrem Großvater radelt. Sie bringt ihm einen Korb mit Wein und Essen vorbei und leistet ihm ein wenig Gesellschaft.
Hinter diesem so idyllisch klingendem Bild verbirgt sich jedoch ein Geheimnis. Malvinas Erinnerungen kehren mit jedem Tag klarer zurück. Wieso glaubt ihr nur niemand und wieso will ihr nicht mal ihre eigene Familie helfen?


Informationen zum Buch:

Einband: Taschenbuch
Seitenzahl: 224
Altersempfehlung: 12 - 15 Jahre
Erscheinungsdatum: 01.11.2010
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-596-80858-8
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag

Meine Meinung:

Dieses Buch enthält eine sehr sensible Thematik, nämlich Kindesmissbrauch. Beate Teresa Hanika behandelt dieses Thema mit äußerster Sorgfalt. Mit der Geschichte, die ihrer Protagonistin durchlebt, will sie wachrütteln und Mut machen sich der Wahrheit zu stellen.
Kindesmissbrauch, allein dieses Wort bereitet den meisten von uns entweder einen kalten Schauer über den Rücken oder das Gefühl von Wut. Wut auf Menschen, die es wagen sich an den unschuldigsten Mitgliedern unserer Gesellschaft zu vergehen.
Die Autorin deutet zuerst nur passiv an, was der Großvater mit Malvina anstellt. Das Thema wird runtergespielt, solange bis Malvinas Selbstschutz zu bröckeln beginnt und ihre Erinnerungen zurückkehren. "Nur wenn der Opa glücklich ist, kann es der Oma auch gut gehen." Dieses Buch war so fesselnd, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. So ehrlich, traurig und mit Sicherheit nicht so weit hergeholt wie man es sich gerne wünschen würde.  Manchmal braucht es gute Freunde, aufmerksame Nachbarn und eine erste Liebe, damit gewisse Seelenwunden wieder heilen können.Und genau das wird in diesem Buch so beschrieben in poetischer Weise. Harter Tobak ohne Frage, aber auch damit sollte man sich ab und zu auseinandersetzten.
In diesem Sinne auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir, für Menschen die Realismus mögen und auch vor Tabuthemen nicht zurückschrecken.